Neuigkeiten »

Termine 2017

Hofführung
Jeweils am ersten
Sonntag im Monat

Bilder Galerie

Herbert lernt wieder laufen
oder "Noch mal Schwein gehabt"

Vorgeschichte

Es gibt in der Natur kein Geschöpf, das unter der Last seines eigenen Körpers einfach zusammensackt, weil die viel zu schwachen Beine den überzüchteten Körperbau nicht mehr tragen.

Unter Mastschweinen allerdings findet man dieses Phänomen häufig. Diese Tiere werden einzig zum Verzehr gezüchtet und leben bis zur "Fleischernte" weniger als ein Jahr. Sie sind eingepfercht in enge Boxen, wo ihnen eine ausreichende Bewegung unmöglich ist. Deshalb können die Beine keine ausreichende Muskulatur aufbauen.

Auch Herbert, ein Mastschwein, musste dieses Schicksal acht Monate über sich ergehen lassen, bis er von Tierfreunden freigekauft wurde, die ihn zu uns brachten. Schon bei seiner Ankunft merkten wir, dass Herbert große Schwierigkeiten hatte, ein Bein vor das andere zu setzen. Seine Muskulatur war so erschlafft, dass seine Beine es nur mit äußerster Anstrengung schafften, den schweren Körper zu tragen und zu bewegen.

Die einzige Möglichkeit, Herbert vor der Fleischgier der Menschen zu retten, war ein Bauernhof, wo er als Pensionsschwein zusammen mit anderen Mastschweinen untergebracht wurde. Allerdings musste er  8 Monate in einer engen Box stehen, weil in den Bezirk Schweinepestgefahr bestand. Hoffungsvoll hat sich nun die Familie an Heimat für Tiere gewandt.

Herberts Ankunft

Schon bei seiner Ankunft bemerkten wir, dass Herbert große Mühe hatte, ein Bein vor das andere zu setzen. Diese qualvollen Bewegungen haben wir zunächst auf den langen Transport zurückgeführt. Aber bald wurde uns klar, dass durch den 8-monatigen Boxen-Aufenthalt, Herberts Muskulatur total erschlafft ist, so dass seine Beine es nur mit äußerster Anstrengung schafften, den schweren Körper zu tragen bzw. zu bewegen.

Herbert muss selber laufen

Herberts erster großer Ausflug war die Erkundung der Pferdeweide. Dort wühlte er sich in den feuchten Boden ein und richtete sich eine stattliche Suhle ein, in der er sich "sauwohl" fühlte. Zur Fütterungszeit bemerkten wir, dass Herbert fehlte. Es war ihm unmöglich, aus seiner Suhle zu kommen. Seine Beine waren einfach zu schwach. So halfen wir ihm und schoben dicke, lange Bretter unter sein Hinterteil. Damit wippten wir solange, bis unser Schwein sich von selbst fortbewegen konnte.

Schon öfter haben wir beobachten können, dass Tiere, die zu uns gekommen sind und vorher in engen Käfigen oder Boxen gehalten wurden, in Freiheit einen großen Bewegungsdrang haben. So war es auch mit Herbert. Dadurch hat sich seine schlaffe Muskulatur bald so gestärkt, dass er jetzt ohne Mühe Ausflüge und Erkundungen genießen kann.

Aus dem Pensionsstall musste Herbert wieder ausziehen, weil er in den dazugehörigen Auslauf zu tiefe Löcher gegraben hat. Vorübergehend kam Herbert in den gerade freigewordenen Kuhstall, wo er sich recht wohl fühlte und immer ein dickes frisches Strohbett genießen konnte.

Mit großem Schrecken und Angst reagierte Herbert beim ersten Zusammentreffen mit den Pferden. Diese mussten natürlich den Neuankömmling, begutachten der sich so unverhofft auf ihrer Weide tummelte. Doch bald hat Herbert erkannt, dass ihm in seiner neuen Heimat keinerlei Gefahr droht.

Auch mit den anderen Schweinen gab es nach einem kurzen Kräftemessen keine weiteren Probleme. Jeder akzeptiert den anderen, geht seiner Wege und sucht seine Lieblingsplätze auf, um dort im lockeren Boden zu schnüffeln oder nur genussvoll in der Sonne zu liegen. Als Herbert von seinen ehemaligen Besitzern besucht wurde, hat er sich zunächst sehr eigenartig und zurückhaltend benommen. Es war klar, er wollte auf keinen Fall wieder zurück

So lässet es sich gut beobachten was auf den Hof so alles geschiehtVielleicht dachte er an die engen Boxen, in denen er viele Monate untergebracht war und sich dort kaum bewegen konnte. Mittlerweile hat er dieses Trauma nicht mehr. Jetzt freut er sich auf den Besuch und auf zusätzliche Leckerbissen. Herbert ist ein lebensfreudiges, gutmütiges Tier, das man so richtig ins Herz schließen kann.

 

Herbert lebt nun sein Leben in der Gemeinschaft der Tiere

Das Hängebauschwein ist fast komplett im Stroh eingegrabenOft macht er auf sich aufmerksam, indem er auf einen zugeht und mit seinem Rüssel anschupst. Jetzt sollte man sich etwas Zeit nehmen und ihn hinter den Ohren kraulen, worauf er sich auf den Rücken legt und sich ganz lang ausstreckt, was bedeutet: Jetzt kraule mich bitte ausgiebig! Dann hört man wohlige Töne.

Das Leben in der Gemeinschaft. Die Henne Brunhilde bei den schlafenden SchweinenVor kurzer Zeit wurde für Herbert im großen Pferdestall eine Unterkunft eingerichtet. Sein Stallgenosse ist das Hängebauchschwein Victor, mit dem er sich gut versteht. Hier wohnt auch noch die Henne "Brunhilde", die zum Schlafen jeden Abend in den Schweinestall kommt. Es ist ein Anblick zum Schmunzeln, wenn man abends Huhn und Schwein friedvoll nebeneinander schlafen sieht.

Nachtrag: (Dez. 2005) In der Zwischenzeit kann Herbert sogar richtig schnell rennen.

zurück

zurück zur Homepage | Bilder Übersicht